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Windpark Schlaiten, Windkraft im Wald

Windräder im Wald werfen berechtigte Fragen auf: Wieviel Wald muss gerodet werden? Wird die biologische Aktivität im Wald gestört? Wie groß ist der Eingriff in Landschaft und Natur?

Übersichtsplan des geplanten Windparks Schlaiten mit acht möglichen Standorten für Windkraftanlagen und den geplanten Zuwegungen

Windräder polarisieren. Einerseits werden sie als unverzichtbarer Beitrag zum Klimaschutz angesehen und andererseits als untragbarer Eingriff in die bestehenden Ökosysteme.

Die größte Sorge gilt der Rodung von Waldflächen beim Bau von Windenergieanlagen.

Jede einzelne Windkraftanlage spart gegenüber fossiler Energie mehrere Tausend Tonnen CO2 ein, während ein Hektar Wald jährlich ca. 8 bis 12 Tonnen CO2 bindet. Das ist aber kein Grund, sorglos Waldflächen zu roden.

Der dauerhaft beanspruchte Flächenbedarf beträgt im Schnitt ca. 0,25 ha je Standort. Im konkreten Fall wurden für einige Standorte freie Flächen ausgewählt, wo keine, bzw. nur geringfügige Rodungen erforderlich sind. Auch für die Zuwegung sind kaum Rodungen erforderlich, da die möglichen Standorte aktuell bereits über ein bestehendes Wegenetz erschlossen sind. Während der Bauphase zusätzlich beanspruchte Flächen werden nach Abschluss der Bauarbeiten aufgeforstet.

Der biologische Hauptaktivitätsraum im Wald wird durch die Windräder nicht gestört. Die Windrad-Flügelunterkante befindet sich auf ca. 50 m über dem Boden, also über dem biologischen Hauptaktivitätsraum.

Von den sogenannten „Vogelschredderanlagen“ ist man heute weit entfernt. Untersuchungen haben weltweit ergeben, dass die Katze nach wie vor die größte Gefahr für Vögel darstellt, gefolgt von Glasscheiben, Autos, Stromleitungen und Sendemasten. Die Windkraftanlagen spielen bei den Mortalitätsursachen von Vögeln nur eine untergeordnete Rolle.

Die Anlagen sind in der Zwischenzeit mit modernster Technik ausgestattet. Mit einem KI-Kamerasystem in Echtzeit-Erkennung wird Artbestimmung und Tracking von Großvögeln ermöglicht. Bei kritischer Annäherung erfolgt eine automatische Abschaltung bzw. Reduzierung der Rotordrehzahl auf 2 Umdrehungen pro Minute. Tagsüber garantiert das System eine Reichweite & Validierung bis 1.000 Meter und nachts bis zu 400 Meter.

Die Tiroler Umweltanwaltschaft hat im April 2024 ein umfangreiches Positionspapier mit den sicher bundesweit strengsten Vorgaben veröffentlicht. Dieses Papier regelt neben der Eignung der Standorte und der rechtlichen Voraussetzungen auch die Tabuzonen, den Schutz von Vögeln und Zugvögeln, den Schutz von Fauna, Flora und Lebensraum und den Schutz des Naturhaushaltes.

Windparks werden im Rahmen einer umfassenden Umweltverträglichkeitsprüfung durch die zuständigen Behörden bewertet. Das in Österreich anzuwendende UVP-Gesetz gilt als eines der strengsten weltweit.
UVE-Schutzgüter: Mensch, Landschaft, Klima u. Luft, Boden, Wasser, Flora, Fauna, Sach- und Kulturgüter.

Eingriffe in Natur und Landschaft, welche durch Bauvorhaben verursacht werden, müssen ökologisch ausgeglichen werden. Die Behörden werden daher pro Windrad 6 ha Ausgleichsmaßnahmen festlegen. Diese Maßnahmen kompensieren die betreffenden Flächen um ein Vielfaches. Gemeinsam mit den Grundeigentümern, Viehhaltern und auch der Jägerschaft werden Auflichtungsflächen (Durchforstung), Weideverbesserungen, Auflichtungen als Schutz- und Lebensraummaßnahme für Raufußhühner (Auerhahn und Birkhahn) etc. festgelegt.

Windkraftanlagen sind in der Regel 25 - 30 Jahre in Betrieb. Danach werden sie entweder zurückgebaut oder durch moderne Anlagen ersetzt (Repowering). Rückbau und anschließende Renaturierung des Geländes ist gesetzlich vorgeschrieben und wird durch eine Bankgarantie abgesichert. Etwa 90 % der Anlagenmaterialien wie Stahl, Kupfer und Beton sind recycelbar. Das Recyclingverfahren für Rotorblätter aus Faserverbundstoffen wird laufend weiterentwickelt. 

Der Blick auf Windräder in der Landschaft ist subjektiv und das wird sich auch in Zukunft nicht ändern. Es geht letztlich um das Kosten-Nutzen-Verhältnis und auch um den Mehrwert für die Gemeinde und damit auch um einen Mehrwert für die gesamte Bevölkerung durch laufende Infrastruktur- und Pachteinnahmen.