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Windpark Schlaiten, - der Infraschall
Infraschall ist das Reizwort bei den Debatten um die Windräder. Um jedem Infraschall auszuweichen, müsste man auf Wärmepumpen, Kompressoren, Rüttler, Stürme, Unwetter, Donner, Flugzeuge, Meeresbrandung und sogar auf das Trampolin verzichten.

Was ist Infraschall?
Infraschall-Töne sind Frequenzen unterhalb von 20 Hertz und damit so tief, dass sie für Menschen in der Regel nicht hörbar sind. Infraschall kommt in der alltäglichen Umgebung überall vor: Er wird von Windkraftanlagen, aber auch vom Verkehr oder anderen natürlich und künstlich vorkommenden Quellen erzeugt. Mittlerweile liegen weltweit viele sorgfältige wissenschaftliche Studien zum Infraschall rund um Windenergieanlagen vor. Bei Infraschall unter der Hör- bzw. Wahrnehmungsschwelle konnte in keiner Studie eine gesundheitliche Wirkung nachgewiesen werden.
Derzeit kursiert eine Untersuchung, die sogenannte „Mainzer Studie“ zu Infraschall in den sozialen Netzwerken, die eine Gesundheitsgefährdung durch Schallwellen von Windrädern belegen sollte. Die Wissenschaft kritisiert die Methodik der Untersuchung. Ein ehemaliger Professor der Uniklinik Mainz kam zum Ergebnis: "Infraschall von Windrädern schädigt das menschliche Herz - und zwar messbar und signifikant!" Dabei wurde kein Infraschall gemessen und kein Mensch untersucht. Es wurden die Daten aus Kassenarzt-Abrechnungen für vier Gemeinden im Kreis Paderborn ausgewertet. Es wurden nicht die Daten der einzelnen Personen ausgewertet, z.B. die Entfernung von Wohnung zu Windrad oder welchem Infraschall jemand ausgesetzt ist. Es wurde lediglich ausgewertet, ob in einzelnen Gemeinden viele oder wenige Windräder stehen und daraus ein Zusammenhang mit Herzerkrankungen konstruiert.
Tatsächlich handelt es sich um ein „Poster“ zu einem Internistenkongress in Wiesbaden im April 2026 und um keine wissenschaftliche Studie. Eine Volltext-Publikation steht bisher noch aus. Trotzdem wurde diese „Mainzer Studie“ in der Zwischenzeit fast von allen Anti-Wind-Plattformen vereinnahmt und macht bei allen Infoveranstaltungen und Demoveranstaltungen die Runde.
Auch frühere Studien dieses Autors wurden methodisch widerlegt - damals mit Infraschallpegel, die deutlich über den bislang in der Umgebung von Windkraftanlagen gemessenen Werten lagen.
Auch in einer aktuellen Studie der Universität Augsburg konnten keine messbaren Effekte auf die Gesundheit nachgewiesen werden. Die Studie nutzt Daten von über 120.000 US-Haushalten aus den Jahren 2011 bis 2023 und vergleicht Haushalte vor und nach der Installation nahegelegener Windräder. Die Autoren betonen zugleich, dass lokale Belastungen wie Lärm, Schattenwurf oder visuelle Beeinträchtigungen die Lebensqualität beeinflussen und die Akzeptanz von Windkraftprojekten verringern können – auch ohne nachweisbare gesundheitliche Folgen. Sie empfehlen, Debatten über Windkraft stärker auf evidenzbasierte Lärmgrenzwerte, faire Kostenverteilung und transparente Planungsverfahren zu fokussieren – anstatt auf nicht belegte Gesundheitsrisiken.
Die Sozialen Netzwerke spielen bei der Desinformation zu verschiedenen Themen eine große Rolle. Zum Thema Windkraft tauchen immer wieder wirklich kuriose Behauptungen auf. So werden z.B. die Windkraftanlagen für so manche Dürre verantwortlich gemacht. Spätestens jetzt sollte man den gesunden Menschenverstand einschalten und so manchen Blödsinn am Handy einfach wegwischen oder wirklich selber gewissenhaft recherchieren.
