- Gemeinde Schlaiten
- Bürgerservice
- Windpark Schlaiten
- Tirol 2050 - Unser Land wird energieautonom
Tirol 2050 - Unser Land wird energieautonom
8. August 2026 – Energiewendetag in Tirol
Tirol kann sich rechnerisch derzeit bis zum 8. August selbst mit Energie versorgen. Das sind 220 Tage Energie aus eigener Kraft. Aber was heißt das eigentlich? Unser Land hat zum Ziel, bis 2050 unabhängig von fossilen Energieträgern zu sein.

Dabei geht es nicht nur um Strom.
Gemeint ist der gesamte Energiebedarf in Tirol, also die Energie, die wir zum Heizen, für Warmwasser, für unsere Mobilität und für Strom im Alltag brauchen.
Mit diesen 220 Tagen liegt Tirol um 2 Monate vor dem Österreichschnitt und um über 4 Monate vor dem EU-Schnitt. Dieser gute Status wird durch unsere heimischen Energieträger, vor allem die Wasserkraft, aber auch Photovoltaikanlagen und Biomasse erreicht. Das Ziel, bis 2050 voll energieautonom zu sein, ist gesteckt und ist auch erreichbar.
Die Energiewende ist für uns vor allem eine Frage der Unabhängigkeit. Weg von der Straße von Hormus. Je mehr eigene erneuerbare Energie, desto unabhängiger sind wir von Importen aus Krisengebieten. Wir müssen unsere Potentiale vor der Haustüre nutzen. Wasser, Sonne, Holz, Umweltwärme und Wind – all das ist in Tirol reichlich vorhanden. Wenn diese Ressourcen klug genutzt werden, kann Tirol seinen Energiebedarf für Gebäude, Produktion und Mobilität bilanziell langfristig an 365 Tagen aus eigenen Quellen decken. Diese Unabhängigkeit müssen wir künftig für jede Tirolerin und jeden Tiroler sicherstellen.
Das fördert auch die regionale Wertschöpfung, schafft Arbeitsplätze, spart Kosten und schont Klima und Umwelt.
Wie sieht in Tirol die Bilanz beim Strom aus?
Im Jahre 2023 hat Tirol 1.507 GWh Strom importiert – überwiegend in den Monaten November bis April. In den Monaten Mai bis September 2023 wurden 915 GWh Strom exportiert. Das ergibt für das Jahr 2023 einen Negativsaldo von 592 GWh. Der weitere Ausbau von Photovoltaik wird sicher ein großes Thema für die Zukunft sein, obwohl dieser Energieform derzeit noch mit hohen Förderungen aus Steuermitteln nachgeholfen wird. Weiters gilt es das volle Potenzial bestehender Kleinwasserkraftwerke durch Anlagenoptimierung zu nutzen. Neben der Revitalisierung alter Anlagen muss es aber auch Neuerschließungen geben. Es wird jedoch immer schwieriger, die erforderlichen Bewilligungen bei den zuständigen Behörden im Hinblick auf Wasserrecht, Naturschutz, etc. zu erlangen. Dass die Nutzung der Wasserkraft trotz weiterer Ausbaupläne ihre Grenzen hat, zeigte uns der fehlende Niederschlag im Frühjahr und Sommer 2026.
Somit bilden Wasserkraft und Photovoltaik das Rückgrat der Tiroler Stromversorgung. Doch gerade im Winter, wenn der Energieverbrauch besonders hoch ist, stoßen sie an ihre Grenzen. Windenergie kann hier ergänzen und einen weiteren Schritt Richtung Energieautonomie ermöglichen. Wie wir über die Energiewende sprechen, entscheidet, ob sie stattfindet oder nicht. Daher können wir es uns nicht leisten, die Windenergie schlecht zu reden.
Energiebilanz einer Windkraftanlage mit 6 MW – Die energetische Amortisation beschreibt die Zeit, die eine Stromerzeugungsanlage benötigt, um die gesamte Energie zurückzugewinnen, die für Herstellung, Transport, Errichtung, Betrieb, Wartung, Rückbau und Verwertung aufgewendet wurde.
2.000 bis 3.000 MW für eine Windkraftanlage mit 6 MW.
Die Jahresleistung einer 6 MW-Anlage beträgt 12.000 MW (6 MW x 2.000 Stunden/Jahr).
Das ergibt eine energetische Amortisation von 4 bis 6 Monaten
CO2-Bilanz einer Windkraftanlage mit 6 MW:
Für Herstellung, Transport, Errichtung, Betrieb, Wartung, Rückbau und Verwertung wird eine CO2-Emmission von 1.200 Tonnen geschätzt.
Die CO2-Emmission pro erzeugter Kilowattstunde beträgt bei der Windkraftanlage 10 Gramm. Damit amortisiert sich die Energie für Bau, Transport und Betrieb bereits nach wenigen Monaten.
Im Vergleich dazu die CO2-Emissionen anderer Energieformen:
1000 g CO2/kWh – Kohle
500 g CO2/kWh – Gas
50 g CO2/kWh – Solar (wegen Silicium)
10 g CO2/kWh - Windenergie
lt. APG – Austrian Power Grid – Tochtergesellschaft der Verbund AG
https://www.apg.at/news-presse/apg-strombilanz-2025-oesterreich-erneut-stromimporteur/
Erzielte Österreich im Jahr 2024 – unter anderem dank hoher Erträge aus der Laufwasserkraft – einen Rekord-Jahres-Export in der Höhe von 4.747 GWh und war nach 14 Jahren erstmals wieder Strom-Exportland, so sah sich Österreich 2025 erneut mit einer ausgesprochenen Import-Abhängigkeit konfrontiert.
Saldo-Import im Jahr 2025 in der Höhe von 5.360 GWh
In acht von 12 Monaten des Jahres 2025 musste Österreich Strom bilanziell aus dem Ausland importieren
Erneuerbare Produktion um 19,1 Prozent gesunken
Die erneuerbare Erzeugung (46.662 GWh) reduzierte sich 2025 um 19,1 Prozent zum Vorjahr 2024. Besonders hoch fielen die absoluten Produktionsrückgänge bei der Wasserkraft aus, die von 40.367 GWh (2024) auf 30.374 GWh (2025) zurückging (minus 24,8 Prozent).
Auf die Wasserkraft - das Tiroler „Allheilmittel“ ist nicht mehr absolut Verlass. Daher bedarf es weiterer Energiequellen, bzw. den weiteren Ausbau von PV-Anlagen und Windkraft – auch in Tirol.




